© 2016 by Cindy Cordt

Video

Die trächtige Bache eifert den gurgelnden Bach nach | Videoinstallation mit einem Hauptvideo als großformatige Leinwandprojekton sowie zwölf baugleichen Monitoren mit gurgelnden Frauenköpfen | 2012

Still der Monitorprojektion | Teil der Installationsversion 

Bei der Arbeit handelt es sich um eine Videoinstallation, bestehend aus einem Hauptvideo als großformatige Leinwandprojektion und mehreren im Raum verteilten Monitoren (Anzahl variabel von mindestens 2 bis 12 baugleichen Geräten). In der Hauptprojektion steigt eine junge Frau in einen mit Wasserlinsen bedeckten See. Sie steigt langsam in das grünschimmernde Wasser und setzt zu Sprechen an, doch die Worte bleiben ihr in der Kehle stecken und es kommen ledglich Gurgellaute heraus.

Die romantisierend ins Bild gesetzte Landschaftsidylle lässt die Anmutung an eine mystisch aufgeladene Botschaft aufkommen, wird allerdings durch die Spuckebläschen gebrochen, die anstelle von Worten aus dem Mund hervorkommen.

Je länger der Betrachter dem Schauspiel zusieht, desto mehr verfliegen der anfängliche Ekel und die Verwunderung darüber, dass die Protagonistin ihren verzweifelten Singsang nicht abbricht. Sie gurgelt beharrlich weiter, versucht Worte zu formen und fügt sich als weibliche Figuration in die Rahmensetzung grünschimmernder Zweige, die auf den See niedersinken. Sie findet sich in die Natur ein, tritt tatsächlich in eine Art Zwiegespräch mit den Lebewesen um sie herum. Sie scheint sich auch der kathartischen Kraft des Wassers bewusst, steht vor einem Neuanfang, einer Entscheidungsfindung.

Diese kann sie jedoch offensichtlich nicht klar formulieren. Das Ausbleiben der Worte und der Kampf der Protagonistin, sich auszudrücken, taucht auch hartnäckig in der raumgreifenden Monitor-Installation wieder auf. Mehrere Bildschirme zeigen verschiedene gurgelnde Frauenköpfe in Nahaufnahme. Der Widerspruch zwischen Sinnlichkeit und Ekel vermischt sich zu einem Choral an Gurgellauten, der den Raum einnimmt. Das Scheitern des sprachlichen Ausdrucks verwandelt sich in ein sphärisches Klingen. Die Beharrlichkeit, mit der die Frau im Wasser nach einer Möglichkeit der Artikulation sucht, mündet in einer Neuschöpfung. Somit wird das Scheitern zu einem reinigenden Akt und bringt doch noch ein Ergebnis hervor.

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