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Video

Heimat im Passepartout | Video 19:40 min | 2014

Heimat symbolisiert eine Beziehung des Menschen zum Raum. Das Heimatgefühl stellt sich entweder selbstverständlich ein oder wird verklärt heraufbeschworen, wenn man sich an einem, dem Geburtsort fremden Aufenthaltsort wiederfindet. Die Sicherheit und Verlässlichkeit, die dieser Ort ausstrahlt, muss man sich jedoch erarbeiten. Die Protagonistin der Videoarbeit tut dies rein körperlich mit einer auf ländliche Arbeit hindeutenden Tätigkeit.

Die Geste, mit der die Protagonistin sich ihre Heimat einverleibt, ist kraftvoll, anstrengend, fast schon brutal. Es schwingt jedoch eine Sinnlichkeit mit, die das schon erahnbare Scheitern der Grabungsaktion in eine romantische Verklärung transportiert.

Die Rahmensetzung des Videos in eine Landschaft aus wiegenden Grashalmen und das Auftauchen der Begrifflichkeit des Passepartouts im Titel, der auf ein Erinnerungsfoto an der Wand referiert, schlagen die Brücke zum fotografischen Medium, welches hier gleichsam mit dem Bewegtbild um die Erinnerungskultur konkurriert.

In der Heimat soll laut dem Volkskundler Hermann Bausinger sinnvolles, abschätzbares Handeln möglich sein. Dies konterkariert die Protagonistin, indem sie ihre Handlung ad absurdum führt. Ein mögliches Scheitern ist intendiert.

Sich etwas zu erarbeiten oder aufzubauen, wird der Protagonistin durch den heimelig anmutendenTeppich erschwert. Der Teppich als Inbegriff spießiger Gemütlichkeit macht ein Sesshaftwerden unmöglich. Gleichzeitig ist er aber auch als Objekt trügerisch, verweist er doch auf einen ganz anderen Kulturkreis.

Die durch die Maltraitierung mit dem Spaten sich bildende Teppichfurche eröffnet weitere Assoziationsebenen.

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